Grundeigentümer der Langen Reihe und des Hansaplatzes haben sich zu einer für Hamburg bislang einzigartigen Gemeinschaft zusammengeschlossen. In einem „Letter of Intend“ formulieren sie, dass Ihnen ein bunter Gewebemix am Herzen liege, der sich eindeutig von den üblichen Einkaufsstraßen und Einkaufsvierteln Hamburgs abhebt. „Die Attraktivität des Viertels soll erhalten bleiben.
Besonders die Vermietung an Filialketten wären eher uninteressant, aber inhabergeführte kleine Geschäfte mit besonderen Angeboten würden den Reiz von St. Georg ausmachen,“ erklärt Karl-Heinz Ramke.
Nur gemeinsam können vielleicht so hohe Ziele angestrebt und umgesetzt werden, wo das unternehmerische Einzelinteresse nach Gewinnmaximierung für das Gemeinwohl zurückstehen soll. Rückblick: In 2012 gaben etliche alt eingesessene Gewerbetreibende ihre Standorte auf, was zu großer Unruhe im Stadtteil führte. Bürger liefen gemeinsam mit Gewerbetreibenden Sturm, das blieb auch Bezirksamtleiter Andy Grote nicht verborgen und er lud zum "Runden Tisch" ein. Wenig später entstand eine engagierte Arbeitsgemeinschaft. Schließlich unterzeichneten elf Grundeigentümer eine Absichtserklärung in der es heißt: dass man sich künftig abstimmen werde, um gemeinsam interessante Konzepte für den Stadtteil zu forcieren, dabei bunte Vielfalt erhalten und fördern und man wolle unangemessenen Kostenentwicklungen keine Chance mehr bieten.
Dies entspricht sicherlich dem Wunsch der Hamburger und insbesondere der St. Georgier und dürfte bei tatsächlicher Umsetzung ein Rezept gegen das städtische Gewerbeeinerlei und auch gegen die Gentrifizierung (= beschreibt unter anderem die Verdrängung eines angestammten Wohnmilieus von statusniedrig zu statushöher angesiedelter Bevölkerung) zu sein, die mit St. Georg inzwischen ständig in Verbindung gebracht wird. bgb
Einige Stimmen zur Unterzeichnung
„Ich freue mich sehr, dass die Vorschläge vom Runden Tisch bei den Grundeigentümern auf offnene Ohren gestoßen sind. Die Erarbeitung des Letter of Intend zeigt mir, dass sie es ernst meinen. Der Bezirk gegrüßt und unterstüzt diese Aktivitäten ganz ausdrücklich.“ Andy Grote, Bezirksamtleiter Hamburg-Mitte. „Unsere Baugenossenschaft engagiert sich seit Jahren für den Erhalt eines bunten St. Georg. Die besondere Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten und die kleinen Dorfläden müssen erhalten bleiben. Für die Menschen und unsere Stadt bringen wir uns aktiv ein". Ingo Theel, Vorstand der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG.
Bildunterschrift: Arbeiten, wohnen und feiern ins St. Georg.
Foto: Barbara Gitschel-Bellwinkel

frei nach Winston Churchill: "Etwas aufzubauen mag langsame und mühsame Arbeit von Jahren sein. Es zu zerstören kann der gedankenlose Akt eines einzigen Tages sein."















