Die 17. Ausgabe "Be Well in Hamburg St. Georg" ist erschienen  

St. Georgs Stadtteilführer für 2026/27

 

Jetzt verfügbar
    - unverwechselbar und individuell -

 

   

Dragomirs Spruch der Woche
frei nach Winston Churchill: "Etwas aufzubauen mag langsame und mühsame Arbeit von Jahren sein. Es zu zerstören kann der gedankenlose Akt eines einzigen Tages sein."

   

Die St. Georger Geschichtswerkstatt teilt mit und lädt herzlich ein: Am 16. Juni 2026 um 18 Uhr feiern wir die Einweihung des Inge-Stolten-Weges /Ernst-Merk-Brücke/Holzdamm. Auf Antrag der Geschichtswerkstatt hat sich 2021 der Stadtteilbeirat St.Georg für die Einbenennung des bis dahin namenlosen Weges an den Gleisen zwischen Ernst-Merck-Brücke und Ferdinandstor nach Inge Stolten ausgesprochen. Die Geschichtswerkstatt hatte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht, dass bislang nur drei von 88 "Verkehrsflächen" in St.Georg nach Frauen benannt waren und mehr als zehn Mal so viele nach Männern. Nun sind Anfang 2026 Schilder mit dem Namenszug Inge Stolten und einer kurzen Erläuterung vom Bezirksamt aufgestellt worden. Leider wurde versäumt, Geschichtswerkstatt und Stadtteilbeirat darüber zu informieren. So konnte nicht, wie geplant, eine gemeinsame Enthüllung und Einweihung stattfinden. Das wollen wird nun nachholen und laden dazu herzlich ein.
Der Historiker Michael Joho wird eine Einführung geben und Sylvia Wempner wird Texte aus Schriften von Inge Stolten vortragen. Inge Stolten ist 1921 in St. Georg geboren worden und in der Koppel aufgewachsen. Sie stammte aus einem sozialdemokratischen Arbeiterhaushalt, spielte hinterm Schauspielhaus, ging auf die Mädchenschule in der Koppel, machte 1939 Abitur, wurde aber wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ nicht zum Studium zugelassen, absolvierte ab 1940 eine Schauspielausbildung und war danach am Deutschen Schauspielhaus engagiert.

Als Gegnerin der Nazis tauchte sie in den letzten Kriegstagen unter, kehrte anlässlich der Kapitulation aber in die Stadt zurück und wurde noch am Tag der Befreiung als Dolmetscherin für die britische Militärregierung in St. Georg tätig. Über diese frühen Jahre hat Inge Stolten etliche Schriften verfasst und sich in Interviews oftmals dieser Zeit erinnert. Nicht zufällig gehörte sie in den ersten beiden Jahren dem Vorstand der St. Georger Geschichtswerkstatt an. Nach 1945 war Inge Stolten zunächst einige Jahre als Theater- und Film- Schauspielerin engagiert, musste wegen einer schweren Erkrankung ihren Beruf 1956/57 allerdings aufgeben. In diesen Jahren wurde sie beim NWDR Hörspiel- und Synchronsprecherin und war bald eine angesehene, bekannte Journalistin für Radio und Fernsehen und publizierte verschiedene Sachbücher. Inge Stolten gehörte damit zu den markantesten demokratischen Persönlichkeiten des westdeutschen Nachkriegs-Journalismus. Bereits 1954 hatte sie den NWDR-Mitbegründer Axel Eggebrecht (1899-1991) kennengelernt, mit dem sie – nach langer Skepsis gegenüber einer Hochzeit – ab 1982 auch verheiratet war. In den letzten Jahren ihres (gemeinsamen) Lebens engagierte sich die beiden in der PDS, um sich damit vor allem gegen „das Überrollen der DDR“ und nationalistische Bestrebungen zu engagieren. Inge Stoltens inzwischen erschlossener, umfangreicher Nachlass befindet sich heute in der Staats- und Universitäts-Bibliothek Carl von Ossietzky. Im „Garten der Frauen“ auf dem Ohlsdorfer Friedhof trägt ein Gedenkstein auch ihren Namen. Mit der Einbenennung eines Weges nach Inge Stolten soll dieser aufrechten, kritischen Zeitzeugin an ihrem Geburtsort Hamburg-St. Georg gedacht werden.

 

   

Mit freundlicher Unterstützung von

   

Anzeige  

     

   

Anzeige  


   

Anzeige  

 

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

   

Anzeige  

gitschel-anzeige